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Inmitten der Trioeinspielungen der Reihe Exclusively For My Friends sticht dieses Vol.4 als Besonderheit heraus. Es ist Petersons erstes Solo-Album überhaupt, auf dem er im wahrsten Wortsinn uneingeschränkt auf der Klaviatur seiner Fähigkeiten spielen kann – beflügelt durch die idealen Aufnahmebedingungen die er in Hans Georg Brunner-Schwers Villinger Tonstudio fand. Nicht ohne Grund gelten diese Aufzeichnungen noch heute als Offenbarung für Peterson-Fans, denn an den neun Tracks lassen sich exemplarisch all seine Fertigkeiten studieren. Da wären die grandiosen, Art Tatum verpflichteten Läufe von Someone To Watch Over Me, die hitzige und vertrackte Rhythmik von Perdido, die clevere Pedalarbeit in Body & Soul. In Bye, Bye Blackbird entwickelt er wie in einem Schaukasten Thema und Improvisation, mit der reizenden Miniatur Lulu’s Back In Town präsentiert er sich humorvoll, in Take The ‘A’ Train enthüllt er, mit welchen Kniffen ein Evergreen persönliche Noten bekommen kann. Da ist aber auch die ruhige Seite Petersons mit der sensiblen Nachdenklichkeit von Who Can I Turn To oder die überwältigende, tiefnächtliche Zartheit von Little Girl Blue. „Das beste Jazzpiano-Album, das je gemacht wurde“, urteilte der kanadische Autor Gene Lees damals.